Saurons finstere Kräfte reichen weit. Selbst der unwirtliche Norden Mittelerdes bleibt nicht von den Schergen des grausamen Herrschers verschont. Orks und Trolle terrorisieren das Land. Doch ein vom Spieler gesteuertes unerschrockenes Heldentrio aus Mensch, Elb und Zwerg stellt sich der Bedrohung. Jeder der drei beherrscht besondere Fähigkeiten und Kampftechniken. Der Zwerg spielt seine Stärken im Nahkampf mit der Axt aus, der Elb greift bevorzugt mit Pfeil und Bogen aus der Distanz an, der Mensch besitzt magische Kräfte. Spielen Sie allein, wechseln Sie jederzeit zwischen den drei Kämpfern. Die Steuerung der beiden Gefährten übernimmt dann der Computer. Mehr Spaß macht es, wenn Sie echte Mitstreiter haben, die Ihnen vorm geteilten Bildschirm oder via Internet beistehen.

Blut im Schnee
Der Eindruck nach den ersten Präsentationen: Dieses Spiel wird ein knallharter Kampfeinsatz. Wenn Sie mit scharfer Klinge Horden von Orks niedermetzeln, fließt das Blut hektoliterweise. Die Gewaltdarstellung kennt kein Pardon und geht deutlich über das Maß in den Filmen von Peter Jackson hinaus. Auch dem Literaturklassiker von J. R. R. (John Ronald Reuel) Tolkien wird die extrem actionlastige Auslegung nicht gerecht.

Teamwork gegen Sauron
Die Entwickler der US-amerikanischen Snowblind Studios, die zuletzt 2006 das recht durchschnittliche „Justice League Heroes“ ablieferten, wissen das natürlich. Sie versprechen für das fertige Spiel daher nicht nur Action satt, sondern auch interaktive Kommunikation zwischen den Heldenfiguren, die den Fortgang der Spielhandlung beeinflusst. Zudem muss sich das infernalische Trio im Kampf taktisch abstimmen, um Gegner von Format, etwa riesige Bergtrolle, zu bezwingen. Dann sind die individuellen Talente gefragt: So erkennt nur der Zwerg zerstörbare Felsformationen, die dem Trio Zugang zu ansonsten verschlossenen Höhlenabschnitten gewähren. Verlieren die drei Kameraden im Wald den Durchblick, kommen die Fährtensucherkünste des Elben zum Einsatz. Ist er die aktive Spielfigur, leuchten die Fußabdrücke auf dem Boden und lassen sich problemlos verfolgen. So ist es ein Leichtes, ein Orklager ausfindig zu machen und die Feinde aus dem Hinterhalt zu überraschen. Der Mensch zieht besonderen Nutzen aus der kargen Bergflora: Er mixt die wenigen dort wachsenden Kräuter zu Heiltränken für seine verletzten Kameraden.

Mit fortschreitender Spieldauer erlernen die Helden weitere Fähigkeiten: Ob sich eine Figur zum mächtigen Zauberer oder zum geschickten Schwertkämpfer weiterentwickelt, obliegt der Entscheidung des Spielers.

Eindruck: Der Herr der Ringe – Der Krieg im Norden
Die übertriebenen Gewaltdarstellungen sind kein gutes Zeichen, sondern nähren den Verdacht, dass die Entwickler von spielerischen Schwächen und inhaltlichen Längen ablenken wollen. Bleibt zu hoffen, dass das Team von Snowblind das große Potenzial der „Herr der Ringe“-Lizenz nutzt, um der Action-Orgie eine stimmige Geschichte und Charakterentwicklung zu verpassen.