Einst sagte der Jedimeister Yoda zu seinem Schüler Luke: „Oh, du wirst Angst haben!“ Ob er damit auch die Spieler von „Dead Space 2“ gemeint hat? Gut möglich. Denn dieses Spiel ist definitiv einzig und allein zu dem Zweck gemacht, Ihnen einen ordentlichen Schrecken einzujagen – und dazu ist den Machern jedes Mittel recht. Sie bieten Ihnen die volle Breitseite des Horrors: fiese Optik, laute Geräusche, rasend schnelle Gegner – und viel Blut.

Und darum geht es: Isaac Clarke hat seinen Einsatz im Vorgänger „Dead Space“ überlebt, nur um sich in einer Anstalt wiederzufinden. Neben seinem Geisteszustand untersuchen Wissenschaftler und Ärzte auch die geheimnisvollen Umstände, die auf dem Raumschiff Ishimura herrschten. Doch etwas geht schief und Isaac findet sich zu Beginn von „Dead Space 2“ in derselben ungeliebten Ausgangslage wieder: umringt von mordgierigen Kreaturen, die einmal Menschen waren. Die ersten Spielminuten laufen Sie in Isaacs Rolle unbewaffnet durch die engen dunklen Gänge.

Das ist der Aufgalopp zu einem der spannendsten, gruseligs­ten und brutalsten Spiele, das Entwickler bisher ersonnen haben. Wenn Isaac erst mal mit Plasma-Cutter und ähnlichen Waffen ausgerüstet ist, geht es seinen Widersachern, den Nekromorph, blutigst an den Kragen.

Schockmomente
Das ist großartig inszeniert: Sie hören die Nekromorph schon, wenn Sie ein neues Gebiet betreten, wissen aber nicht, wo genau sie sich aufhalten. Der Puls steigt, der Stress auch. Jedes Geräusch lässt Sie aufschrecken – und die Entwickler sind Meister darin, vor oder hinter Ihnen Teile der Decke herunterfallen zu lassen oder anderweitig urplötzlich Lärm zu erzeugen. Wenn der tatsächliche Angriff erfolgt, müssen Sie sich schon beherrschen, um nicht panisch loszuballern und wertvolle Munition zu verschwenden, von der Sie natürlich stets zu wenig haben.

Blutige Angelegenheit
„Dead Space 2“ erinnert an „Resident Evil 5“. Nicht zuletzt, weil Sie der Spielfigur über die Schulter schauen statt aus deren Augen. In Sachen Action und Brutalität geht „Dead Space 2“ noch ein gutes Stück über sein Vorbild hinaus. Ein Beispiel: Um notwendige Ausrüstung wie Munition oder Heilpacks zu finden, müssen Sie getötete Gegner nochmals zertreten, was mit einer Blutfontäne einhergeht.

Fazit: Dead Space 2
„Wer beim FC Bayern unterschreibt, muss wissen, was er getan hat“, sagte Uli Hoeneß einst. Gleiches gilt für „Dead Space 2“. Wer sich diesen zweiten Ausflug ins All holt, dem sollte klar sein, dass er in Sachen Terror und Brutalität die Spitze des Eisbergs erklommen hat – mehr geht im Moment nicht. Erwachsenen soll es recht sein, wenn sie denn harte, gruselige Spiele mögen. Wer sich traut, sollte das Spiel im dunklen Zimmer mit einer 5.1-Anlage ausprobieren. Wer danach ruhig schläft, hat wirklich Nerven wie Drahtseile. Der Überlebenskampf von Isaac Clarke ist in jedem Fall ein Erlebnis.