Die Xbox 360 ist eine von Microsoft entwickelte Spielkonsole und Nachfolger der Xbox. Der Projektname der Konsole war Xenon. In der Presse wurde sie vor Bekanntgabe des Namens auch als Xbox 2 oder Xbox Next bezeichnet. Sie wurde Ende 2005 auf den Märkten der Vereinigten Staaten, Europas und Japans eingeführt. In Ozeanien war sie ab Ende März 2006 erhältlich.

Ende April 2007 wurde eine neue Version der Konsole, die Xbox 360 Elite von Microsoft vorgestellt.[2] Diese schwarzfarbene Variante besitzt eine 120-GB-Festplatte und einen HDMI-Ausgang. Zusätzlich ist im Lieferumfang gegenüber der normalen Version ein Headset und Netzwerkkabel enthalten. Als ihre größte Stärke im Wettbewerb mit Nintendos Wii und Sonys PlayStation 3 gilt die Onlineplattform Xbox Live, bei der die Teilnahme aber im Gegensatz zu den Mitbewerbern kostenpflichtig ist.

Die größte Schwäche der Konsole ist ihre Fehleranfälligkeit, eine hohe Zahl der Konsolen musste aufgrund von Hitzeproblemen umgetauscht werden. Daher kündigte Microsoft im Juli 2007 an, die Garantiezeit für einen bestimmten, sehr häufigen Hardwaredefekt (der durch drei blinkende rote Leuchtdioden an der Konsole angezeigt wird) von zwei Jahren auf drei Jahre zu erhöhen und die Kosten für bereits erfolgte kostenpflichtige Reparaturen dieses Defekts zurückzuerstatten.

Xbox Live ist ein Onlinenetzwerk von Microsoft. Jeder Xbox 360 Benutzer mit einem Breitband-Internetzugang kann diesen Service nutzen. Microsoft bietet die Online Dienste der Xbox 360 in zwei verschiedenen, Gold und Silber genannten, Paketen an. Während Silber jedem Besitzer eines Xbox-Live-Accounts gratis zur Verfügung steht, ist Gold kostenpflichtig. Die Kosten sind nach Vertragsdauer gestaffelt und belaufen sich entweder auf 20 € für drei Monate oder 60 € pro Jahr. Diese Kosten können per Kreditkarte oder durch den Kauf von sogenannten Abonnementkarten im Handel beglichen werden. Gold-Mitglieder haben die Möglichkeit bei Spielen den Multiplayer-Part über Xbox Live zu nutzen. Weiterhin stehen Gold-Inhabern besondere Downloads im Xbox Live Marktplatz zur Verfügung. Microsoft bietet im Rahmen seines Marketings unregelmäßig Umwandlungen von Silber zu Gold an. Entsprechende Erweiterungen sind zeitlich auf nur wenige Tage begrenzt und werden zumeist an Wochenenden angeboten.

Jeder angemeldete Benutzer kann einem anderen geschriebene Nachrichten und Bilder, die mittels Xbox Live Vision, einer Art Webcam, erstellt wurden, zusenden. Falls beide Benutzer Gold und auch Xbox Live Vision besitzen, ist nicht nur eine Sprachunterhaltung sondern auch ein Videochat möglich.

Der Xbox Live Marktplatz ist ein in das Gerät integrierter Service, der es dem Benutzer erlaubt, Inhalte auf seine Konsole herunterzuladen. Angeboten werden Demos und Videos von Spielen, sowie Profilbilder und Spiele für die Xbox Live Arcade. Man hat zusätzlich die Möglichkeit, Spielfilme herunterzuladen. Diese Dateien werden mit sogenannten Microsoft Points bezahlt, dies ist eine von Microsoft eingeführte interne Verrechnungseinheit für den Service Xbox Live. Die Punkte können per Kreditkarte oder auf einer Karte (800, 1600, 2100 oder 4200 Points) im Handel erworben werden. Ein Kauf per Lastschrift ist dagegen nicht möglich. Ein Punkt kostet rund 1,2 Cent. Microsoft koppelt auf diese Weise die Möglichkeit für Onlinekäufe von dem Besitz einer eigenen Kreditkarte ab und abstrahiert zugleich die Kosten für Erweiterungen. Die Kosten für die Daten bewegen sich in einem breiten Spektrum. Während Profilbilder nur wenige Punkte kosten, oder teilweise sogar gratis sind, muss ein Spieler für Xbox-Live-Arcade-Titel 400 bis 1600 Punkte zahlen, was etwa 5 bis 20 Euro entspricht. Die zeitlich begrenzt nutzbaren Spielfilme kosten ungefähr 10 €, während Videos und Demos immer gratis sind. Außerdem wird man über Microsofts MP3-Player Zune ein Lied für 79 Punkte erwerben können.

Das Partner.NET ist ausschließlich über Development Kits erreichbar. Der Zugang zum Partner.NET ist ausschließlich für Entwickler gedacht und für diese kostenlos nutzbar. Microsoft Points können dort über eine virtuelle Kreditkarte hinzugefügt werden, jeder Downloadinhalt ist kostenlos und das Spielen gegen andere Entwickler ist auch möglich. Xbox Live und das Partner.NET sind völlig voneinander getrennt. Entwickler sind somit auch nur in der Lage die Onlinefunktion eines Spiels mit anderen Entwicklern zu testen (es sei denn ein öffentlicher Beta-Test o.Ä. wird über Xbox Live veröffentlicht). Darüber hinaus haben Entwickler die Möglichkeit, ihre Spiele als „Development Version“ für andere Entwickler freizugeben.[47]

Weitere Funktionen eines Development Kits sind beispielsweise, dass es keine feste regionale Beschränkung gibt. Man hat die Möglichkeit die Region der Konsole beispielsweise von PAL auf NTSC-U umzustellen, wenn es benötigt wird. Ebenfalls können Videos und Screenshots der laufenden Programme/Spiele gemacht werden.

Käuflich erwerben kann man Development Kits nicht. Diese sind nur Entwicklern zugänglich. In der Vergangenheit ist es jedoch öfter vorgekommen, dass Development Kits auch Ihren Weg zu Hobbyprogrammierern gefunden haben.

Das Dashboard (Instrumententafel) ist das zentrale Element der Benutzeroberfläche. Es erscheint nach dem Starten der Konsole und lässt sich auch über den Guide-Button erreichen. Das Dashboard besitzt fünf einzelne Bereiche, auch Blades genannt. Diese Bereiche sind der Marktplatz, auf dem der Benutzer Demos, Videos und andere Inhalte für die Xbox herunterladen kann, Xbox Live, mit dessen Hilfe der Spieler sein Profil, seine Freundesliste und seine Nachrichten verwalten kann, Spiele, einem Überblick über die bereits gespielten Titel und Inhalte wie Demos und Videos, Medien, zur Verwaltung von Bildern, Musik und Videos, sowie System, in dem sämtliche Einstellungen der Xbox 360 angepasst werden können.

Microsoft veröffentlicht regelmäßig, etwa jedes halbe Jahr, Updates mit neuen Funktionen und Verbesserungen für bestehende Funktionen für das Dashboard. Diese Updates erhält man über drei verschiedene Wege: Über Xbox Live, über ein auf einer Spiel-DVD integriertes Update oder manuell indem man das Update auf einen Computer herunterlädt und auf CD/DVD brennt bzw. auf einen USB-Massenspeicher überträgt.

Mit dem sogenannten Guide Button, der als eigenständiger Knopf sowohl auf dem Controller als auch auf der Fernbedienung vorhanden ist, kann ein Benutzer in jedem Spiel auf ein kleines Benutzerinterface zurückgreifen. Nach dem Drücken des Knopfes erscheint ein Fenster mit dem man Zugriff auf sein spielerspezifisches Benutzerprofil mit bisherigen Erfolgen, gespielten Spielen, Nachrichten, Freundeslisten und anderen Informationen hat. Weiterhin lassen sich hier Einstellungen vornehmen und der Musik-Player steuern, der während des Spielens Musik von der internen Festplatte oder aus dem Netzwerk abspielen kann. Über dieses Fenster besteht weiterhin die Möglichkeit direkt ins Dashboard zu wechseln ohne die CD aus dem Laufwerk zu nehmen oder die Konsole bei Bedarf herunterzufahren. Das so angebotene Menü hat den Vorteil, dass man das Spiel nicht beenden muss, um auf verschiedene Funktionen zuzugreifen. Das Schließen des Fensters ermöglicht das Weiterführen des Spiels.

Microsoft bietet den Gamerscore, eine Art Erfolgssystem, an. Für besondere Leistungen in einem Spiel schaltet der Spieler Erfolge frei. So lassen sich bei jedem regulärem Spiel 1000 Punkte und bei jedem Xbox-Live-Arcade-Spiel 200 Punkte sammeln. Diese lassen sich mit herunterladbaren Inhalten erweitern, so dass es bei einigen Spielen möglich ist, bis zu 1750 Gamerscore-Punkte zu sammeln. Durch das System entsteht eine höhere Motivation das Spiel durchzuspielen und zusätzliche Aufgaben zu erfüllen.

Microsoft hat die Abwärtskompatibilität zu alten Xbox-Spielen zum Teil realisiert. Hierbei werden die Spieletitel des Vorgängermodells über eine spezielle Software emuliert. Ein Nachteil dieser Methode ist der hohe Rechenaufwand. Auf der offiziellen Xbox-Seite gibt es eine Abwärtskompatibilitätsliste der bereits verfügbaren Alttitel. Microsoft veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen neue Emulatoren. Einige dieser älteren Spiele werden im Rahmen der Emulation in einer Grafik dargestellt, die besser ist als auf dem Vorgängermodell der Konsole, für die sie ursprünglich programmiert wurden. Die Grafik der in der Vergangenheit erfolgreichsten Spiele, wie zum Beispiel Halo 2 werden so an das HD-Niveau der neuen Konsole angepasst. Sie werden auf 720p und 1080i hochgerechnet und profitieren dabei von den Anti-Aliasing-Fähigkeiten der Xbox 360. Der Emulator bzw. Updates sind über Xbox Live verfügbar. Beim Einlegen eines alten Xbox-Spiels in die Xbox 360 versucht die Konsole automatisch einen Emulator herunterzuladen. Wenn man keine Internetverbindung besitzt, bietet Microsoft die Möglichkeit, die Emulatoren per PC von der offiziellen Xbox-Seite herunterzuladen, und manuell auf der Konsole zu installieren. Bei der Verwendung eines VGA-Kabels können keine emulierten Spiele mit 50 Hertz abgespielt werden, sondern nur NTSC-Spiele mit 60 Hertz.

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